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| Die Lesereihe |
„Er [der Kriminalroman] stellt eine Form dar, die noch nie wirklich übertroffen worden ist und alle, die seinen Niedergang und Fall prophezeit haben, sind aus eben diesem Grund mit ihrem Urteil gescheitert. Da seine Form nie zur Vollkommenheit gelangte, ist sie auch nie der Erstarrung verfallen. [...]. Sie ist immer noch fließend in Bewegung, ist immer noch zu mannigfaltig, um sich einfach klassifizieren und abstempeln zu lassen, und immer noch wartet sie nach allen Richtungen mit neuen Überraschungen auf. Kein Mensch weiß eigentlich genau, was ihr diese Kraft verleiht, und man kann in ihre Definition keine einzige Eigenschaft eintragen, die dann nicht doch in irgendeinem erfolgreichen Beispiel wieder fehlte.“
Raymond Chandler, beiläufige Anmerkungen zum Kriminalroman, 1949, (In: Raymond Chandler: Die simple Kunst des Mordes. 1975, Diogenes Verlag, Zürich)
Diese Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit deutschsprachiger Kriminalliteratur, der landläufig nicht allzu viel zugetraut wird. Dabei macht das Genre einen recht lebendigen Eindruck, wartet mit einer beträchtlichen Bandbreite und nicht selten mit virtuosen Akteuren auf. Die Auswahl der Autorinnen und Autoren für die Lesereihe ist höchst subjektiv und versucht doch einige Spielarten des Genres zu Wort kommen zu lassen. Ein ganzes Bild ergibt sich daraus freilich nicht. Soll es auch gar nicht. Viel mehr sind es Blitzlichter, die kleine Einblicke gewähren, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren. Ab Januar 2005 liest jeweils am letzten Donnerstag eines Monats eine Autorin/ ein Autor im Landestheater Tübingen. Mindestens ebenso wichtig aber ist das anschließende Werkstattgespräch. Vielfalt entsteht über’s Jahr.
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